27. Juli: Prolog,
Mannschaftszeitfahren
Sausheim (4,2
km)
Noch nicht lange dabei und schon fällt mir die Ehre
zu, ein Renntagebuch für das Team NetApp zu schreiben.
Heute Nachmittag haben wir unser Hotel in der Nähe
von Mulhouse bezogen. Ein Teil reiste aus Raubling an, der andere
Teil aus Kelmis. Wir bleiben die ganze Rundfahrt im gleichen Hotel.
Dies ist für alle sehr angenehm, da wir nicht immer ein- und wieder
auspacken müssen. Das Zimmer bleibt für eine knappe Woche
eingerichtet. Beim Schweizer muss alles seinen Platz haben.
Der Prolog zur Tour Alsace bestand aus einem 4km
langen Mannschaftszeitfahren. Speziell daran war, dass die Zeit
nicht für das Gesamtklassement zählte. Es ging also 'nur' um die
Verteilung der Wertungstrikots. Wir harmonierten ausgezeichnet und
legten eine gute Zeit. Im Ziel waren wir erst auf dem zweiten Rang
und am Ende reichte es noch für Platz 6. Morgen folgt die erste
richtige Etappe und wie aus dem Profil zu entnehmen ist, wird es
schon ordentlich zur Sache gehen.
Bis dann,
Andreas Dietziker
Passabler Start der Tour
Noch nicht lange dabei und schon
fällt mir die Ehre zu, ein Renntagebuch für das Team NetApp zu
schreiben.
Heute Nachmittag haben wir unser
Hotel in der Nähe von Mulhouse bezogen. Ein Teil reiste aus
Raubling an, der andere Teil aus Kelmis. Wir bleiben die ganze
Rundfahrt im gleichen Hotel. Dies ist für alle sehr angenehm, da
wir nicht immer ein- und wieder auspacken müssen. Das Zimmer bleibt
für eine knappe Woche eingerichtet. Beim Schweizer muss alles
seinen Platz haben.
Der Prolog zur Tour Alsace bestand
aus einem 4km langen Mannschaftszeitfahren. Speziell daran war,
dass die Zeit nicht für das Gesamtklassement zählte. Es ging also
'nur' um die Verteilung der Wertungstrikots. Wir harmonierten
ausgezeichnet und legten eine gute Zeit. Im Ziel waren wir erst auf
dem zweiten Rang und am Ende reichte es noch für Platz 6. Morgen
folgt die erste richtige Etappe und wie aus dem Profil zu entnehmen
ist, wird es schon ordentlich zur Sache gehen.
Bis dann,
Andreas Dietziker
28. Juli: 1. Etappe
Colmar-Cernay (156,4km)
Gesamtklassement ade
Nach einem ausgiebigen Frühstück
fuhren wir bei strömendem Regen zum Start nach Colmar. Dort
angekommen brachten mir meine Eltern eine leckere Crostata von
meiner Freundin vorbei. Ich liebe diesen Mürbeteig mit
Aprikosenmarmelade als Verpflegung, fast so fest wie meine Freundin
:-)
Erfreulicherweise trocknete es
während der Etappe schnell und die Sonne kam zum Vorschein. Ein
Stück nach dem ersten Berg setzte sich eine acht Mann Gruppe ab. Im
Feld reagierte niemand und so wurde der Vorsprung grösser und
grösser. Da hier nur sechs Fahrer pro Team zugelassen sind, was
eine Kontrolle des Rennens fast unmöglich macht, versuchten wir auf
der ersten der drei Zielrunden das Feld zu sprengen. Nachdem
Tassilo auf der Fläche Tempo machte, drückten Huub, Jan und Alex
beim drei Kilometer langen Berg voll aufs Gas. Das Feld fiel
auseinander, doch in der Abfahrt schlossen die meisten wieder auf.
Danach wagte ich auf der Fläche einen Vorstoß mit einem
Konkurrenten, doch das Unterfangen war aussichtslos. Wir mussten
einsehen, dass die Spitze nicht mehr einzuholen ist.
Damit ist das Gesamtklassement vorentschieden. Unsere
Konzentration gilt nun einem Etappensieg.
Bis morgen,
Andreas Dietziker
29. Juli: 2.Etappe
Strasbourg- Bischoffsheim 153,8km
Was für ein Rennen!
Nachdem es gestern nicht aufging,
passte heute schlussendlich alles zusammen. Da fällt es einem auch
natürlich auch einfacher einen Tagebucheintrag zu schreiben ;-)
Auf dem Weg zum Start in Strasbourg
umfuhren wir elegant einen 7km langen Stau auf der Autobahn. Wie
gestern in Colmar, befand sich der Start direkt bei der Kathedrale
im Zentrum. Die Kathedrale von Strasbourg ist nochmals um einiges
imposanter als jene von Colmar. Ein wunderschöner Startort inmitten
vieler Touristen.
Nach gut 30min Neutralisation
attackierten wir gleich vom Kilometer null an. Als wir alle blau
waren, setzten sich 5 Fahrer ohne uns ab. Heppe (Jens Heppner)
hätte im Teamauto wahrscheinlich die Decke einschlagen können. Mit
zwei Bergpreisen der ersten Kategorie und zwei der vierten stand
uns aber noch ein hartes Stück Arbeit bevor. Über die langen Berge
wurde die Spitze prompt wieder eingeholt und das Feld deutlich
kleiner.
Auf den anspruchsvollen vier
Zielrunden über je 18km waren wir in der komfortablen Lage, mit
drei Fahrern in der ersten Gruppe vertreten zu sein. Jan, Alex und
ich lösten uns mit Attacken ab, bis sich auf der letzten Runde Alex
mit einem Konkurrenten entscheidend absetzte. Überlegen fuhr er den
Sieg nach Hause und liegt im Gesamtklassement nun auf dem
ausgezeichneten zweiten Rang! Ein perfekter Tag für das Team
NetApp! Das hätte nach dem gestrigen Tag wohl niemand gedacht
;-)
Bis morgen,
Andreas Dietziker
30. Juli: 3. Etappe
Illzach-Huningue (178,9 km)
Gerade noch mal gut gegangen!
Am Morgen klingelte der Wecker erst
um neun Uhr. Ich war froh, denn die beiden ersten Etappen waren
schwer. Zudem konnte ich gestern mit all den Emotionen vom Rennen
im Kopf nicht sofort einschlafen. Nach dem gewohnten Frühstück mit
Müsli und Baguette legten wir die Beine nochmals hoch, da der Start
ganz in der Nähe vom Hotel war.
Das Rennen war erneut geprägt von
vielen Attacken. Es waren aber nicht mehr so viele Berge im Profil
wie die letzten beiden Tage. Richtig gefährlich wurde es erst 20km
vor dem Ziel, als sich eine ca. 15 Mann starke Gruppe absetzte. Wir
hatten zwar Gotti (Alexander Gottfried) mit dabei, aber der 2.
Gesamtrang von Alex war in Gefahr. Wir handelten sofort und holten
die Gruppe zurück. Dies kostete zu viele Körner, um noch um den
Sieg mitsprinten zu können.
Unterwegs hatte ich zwei heikle
Situationen zu überstehen. Bei der Anfahrt zum ersten Berg wurde es
bei einer Schikane ganz eng und ich berührte mit meinem Vorderrad
die Schuhe eines anderen Fahrers. Dabei brach eine Speiche. Danach
eierte das Laufrad, aber es war gerade noch fahrbar ohne an den
Bremsklötzen zu streifen.
Das zweite Mal war in einer Abfahrt
mit 70km/h, als sich ein Fahrer links vor mir an einer Insel in der
Mitte aufhängte und flog. Als er direkt vor mir hin rutschte hoffte
ich nur, dass er nicht rechts zu mir rüber kommt. Es ging dann
gerade noch gut für mich aus.
Leider hat Alex dann doch einen
Platz im Gesamtklassement einbüßen müssen.
Die Regeneration hat nun höchste
Priorität. Mit gesunden Shakes und Massagen sind wir beim Team
NetApp bestens versorgt. Gegen Ende einer Rundfahrt bleiben nur die
Besten übrig.
Bis dann,
Andreas Dietziker
31. Juli: 4. Etappe
Bioscope - Carspach (147 km)
Da das Etappenprofil ähnlich war
wie jenes von gestern, gingen wir mit der gleichen Taktik an die
Aufgabe. Alex sollte mit Tassilo an seiner Seite möglichst Kräfte
sparen, Gotti und Huub mitspringen oder notfalls Löcher stopfen,
und Jan und ich bei allfälligen größeren Gruppen mitgehen. Dies
funktionierte ausgezeichnet, was, wenn man bedenkt, dass hier ein
Neuseeländer, ein Holländer, ein Tscheche, zwei Deutsche und ein
Schweizer das Team NetApp bilden, richtig Spaß macht.
Bis zur ersten Steigung ließen
Gotti und Huub keine gefährliche Gruppe wegfahren. Hinauf zum
ersten Bergpreis der zweiten Kategorie setzte ich mich mit einer
Gruppe ab. In der Abfahrt schloss das Feld wieder auf. Danach
bildete sich eine Gruppe von rund 15 Fahrern mit Jan. Bei den
anderen Teams läuteten die Alarmglocken und sie mussten hart
arbeiten um die Lücke zu schließen. Bei der nächsten Gruppe sprang
Alex mit. Das Team des Leaders konnte das Loch nicht sofort
schließen und der Vorsprung wuchs auf über 2 Minuten an.
Verständlicherweise waren die Fluchtgefährten nicht bereit mit Alex
zusammen zu arbeiten, da man sie mit dem Dritten im
Gesamtklassement sicher an der kurzen Leine hielt. Daraufhin ließ
sich Alex zurückfallen.
Den Rest der Etappe verbrachten wir
bei über 30 Grad ruhig, um Kräfte für morgen zu sparen. Gotti's
Puls stieg aber noch einmal dramatisch an. Mit 60 km/h knallte er
frontal in einen Plastikpfosten in der Mitte der Strasse! Zum Glück
gab der Pfosten nach und er blieb auf dem Rad. Mit fünf Bergpreisen
und dem Ziel auf dem Ballon d'Alsace folgt morgen die Königsetappe
zum Abschluss. Wir werden alles geben, um die Früchte nach der
guten Vorarbeit der letzten Tage zu ernten.
Drückt uns die Daumen, denn der
zwölfte Mann kann das Spiel entscheiden.
Andreas Dietziker
1. August:
5.Etappe
Ribeauville - Ballon
D'Alsace 146,3 km
Das Podium nur knapp verpasst
Mit 3000 Höhenmetern war dies klar
die schwerste Etappe. Nach dem Start kontrollierten wir das Feld.
Gotti liess niemanden weg fahren. Hinauf zum 1350 Meter hohen Grand
Ballon fiel das Feld komplett auseinander. Jan, Huub und ich
behaupteten uns in der ersten Gruppe. Wir beschlossen auf Alex zu
warten, da es noch ein langer Weg ins Ziel war.In der Abfahrt stach
mich eine Biene in den Oberarm. Zum Glück bin ich nicht
allergisch...
Nach dem Zusammenschluss der
meisten Fahrer war es vorbei mit der Ruhe. Kein Team vermochte das
Rennen zu kontrollieren und es folgte eine Attacke nach der
Anderen. Huub kam mit einer Gruppe weg und zeigte sich sogar einige
Kilometer alleine an der Spitze. Ich folgte der nächsten Gruppe.
Wir schlossen schnell zur Spitze auf. Leider verpassten Jan und
Alex den Abgang und so waren Huub und ich nur zu zweit in der rund
30 Fahrer starken, entscheidenden Spitzengruppe.
Unten hinein in den 7 km langen
Schlussanstieg zum Ballon d'Alsace konnte ich die ersten Fahrer
nicht halten. Ich bestimmte über weite Strecken das Tempo der
zweiten Gruppe und setzte mich gut zwei Kilometer vor dem Ziel von
den anderen ab. Vorne begannen sie zu pokern und ich kam nochmals
bis auf 10 Sekunden heran. Mit dieser starken Leistung gelang mir
im Gesamtklassement ein Sprung nach vorne. Letztendlich erreichte
ich Rang vier. Wenn man so nah am Podium dran ist, ärgert man sich
dann aber doch, nicht drauf zu stehen.
Nach dieser erfolgreichen
Rundfahrt, bei der alle vom Team NetApp super gearbeitet haben,
werden wir uns die nächsten Tage gut erholen, damit wir für die
nächsten Aufgaben wieder gerüstet sind.
Bis dann,
Andreas Dietziker