Renntagebuch Tour Alsace

Renntagebuch Andreas Dietziker von der Tour Alsace 27. Juli - 1. August 2010

Dienstag, 27. Juli 2010

27. Juli: Prolog, Mannschaftszeitfahren

Sausheim (4,2 km)

Noch nicht lange dabei und schon fällt mir die Ehre zu, ein Renntagebuch für das Team NetApp zu schreiben.
Heute Nachmittag haben wir unser Hotel in der Nähe von Mulhouse bezogen. Ein Teil reiste aus Raubling an, der andere Teil aus Kelmis. Wir bleiben die ganze Rundfahrt im gleichen Hotel. Dies ist für alle sehr angenehm, da wir nicht immer ein- und wieder auspacken müssen. Das Zimmer bleibt für eine knappe Woche eingerichtet. Beim Schweizer muss alles seinen Platz haben.
Der Prolog zur Tour Alsace bestand aus einem 4km langen Mannschaftszeitfahren. Speziell daran war, dass die Zeit nicht für das Gesamtklassement zählte. Es ging also 'nur' um die Verteilung der Wertungstrikots. Wir harmonierten ausgezeichnet und legten eine gute Zeit. Im Ziel waren wir erst auf dem zweiten Rang und am Ende reichte es noch für Platz 6. Morgen folgt die erste richtige Etappe und wie aus dem Profil zu entnehmen ist, wird es schon ordentlich zur Sache gehen.
Bis dann,
Andreas Dietziker

Passabler Start der Tour

Noch nicht lange dabei und schon fällt mir die Ehre zu, ein Renntagebuch für das Team NetApp zu schreiben.

Heute Nachmittag haben wir unser Hotel in der Nähe von Mulhouse bezogen. Ein Teil reiste aus Raubling an, der andere Teil aus Kelmis. Wir bleiben die ganze Rundfahrt im gleichen Hotel. Dies ist für alle sehr angenehm, da wir nicht immer ein- und wieder auspacken müssen. Das Zimmer bleibt für eine knappe Woche eingerichtet. Beim Schweizer muss alles seinen Platz haben.

Der Prolog zur Tour Alsace bestand aus einem 4km langen Mannschaftszeitfahren. Speziell daran war, dass die Zeit nicht für das Gesamtklassement zählte. Es ging also 'nur' um die Verteilung der Wertungstrikots. Wir harmonierten ausgezeichnet und legten eine gute Zeit. Im Ziel waren wir erst auf dem zweiten Rang und am Ende reichte es noch für Platz 6. Morgen folgt die erste richtige Etappe und wie aus dem Profil zu entnehmen ist, wird es schon ordentlich zur Sache gehen.

Bis dann,

Andreas Dietziker

 

28. Juli: 1. Etappe

Colmar-Cernay (156,4km)

Gesamtklassement ade

Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir bei strömendem Regen zum Start nach Colmar. Dort angekommen brachten mir meine Eltern eine leckere Crostata von meiner Freundin vorbei. Ich liebe diesen Mürbeteig mit Aprikosenmarmelade als Verpflegung, fast so fest wie meine Freundin :-)

Erfreulicherweise trocknete es während der Etappe schnell und die Sonne kam zum Vorschein. Ein Stück nach dem ersten Berg setzte sich eine acht Mann Gruppe ab. Im Feld reagierte niemand und so wurde der Vorsprung grösser und grösser. Da hier nur sechs Fahrer pro Team zugelassen sind, was eine Kontrolle des Rennens fast unmöglich macht, versuchten wir auf der ersten der drei Zielrunden das Feld zu sprengen. Nachdem Tassilo auf der Fläche Tempo machte, drückten Huub, Jan und Alex beim drei Kilometer langen Berg voll aufs Gas. Das Feld fiel auseinander, doch in der Abfahrt schlossen die meisten wieder auf. Danach wagte ich auf der Fläche einen Vorstoß mit einem Konkurrenten, doch das Unterfangen war aussichtslos. Wir mussten einsehen, dass die Spitze nicht mehr einzuholen ist.

Damit ist das Gesamtklassement vorentschieden. Unsere Konzentration gilt nun einem Etappensieg.

Bis morgen,

Andreas Dietziker

 

29. Juli: 2.Etappe

Strasbourg- Bischoffsheim 153,8km

Was für ein Rennen!

Nachdem es gestern nicht aufging, passte heute schlussendlich alles zusammen. Da fällt es einem auch natürlich auch einfacher einen Tagebucheintrag zu schreiben ;-)

Auf dem Weg zum Start in Strasbourg umfuhren wir elegant einen 7km langen Stau auf der Autobahn. Wie gestern in Colmar, befand sich der Start direkt bei der Kathedrale im Zentrum. Die Kathedrale von Strasbourg ist nochmals um einiges imposanter als jene von Colmar. Ein wunderschöner Startort inmitten vieler Touristen.

Nach gut 30min Neutralisation attackierten wir gleich vom Kilometer null an. Als wir alle blau waren, setzten sich 5 Fahrer ohne uns ab. Heppe (Jens Heppner) hätte im Teamauto wahrscheinlich die Decke einschlagen können. Mit zwei Bergpreisen der ersten Kategorie und zwei der vierten stand uns aber noch ein hartes Stück Arbeit bevor. Über die langen Berge wurde die Spitze prompt wieder eingeholt und das Feld deutlich kleiner.

Auf den anspruchsvollen vier Zielrunden über je 18km waren wir in der komfortablen Lage, mit drei Fahrern in der ersten Gruppe vertreten zu sein. Jan, Alex und ich lösten uns mit Attacken ab, bis sich auf der letzten Runde Alex mit einem Konkurrenten entscheidend absetzte. Überlegen fuhr er den Sieg nach Hause und liegt im Gesamtklassement nun auf dem ausgezeichneten zweiten Rang! Ein perfekter Tag für das Team NetApp! Das hätte nach dem gestrigen Tag wohl niemand gedacht ;-)

Bis morgen,

Andreas Dietziker

 

30. Juli: 3. Etappe

Illzach-Huningue (178,9 km)

Gerade noch mal gut gegangen!

Am Morgen klingelte der Wecker erst um neun Uhr. Ich war froh, denn die beiden ersten Etappen waren schwer. Zudem konnte ich gestern mit all den Emotionen vom Rennen im Kopf nicht sofort einschlafen. Nach dem gewohnten Frühstück mit Müsli und Baguette legten wir die Beine nochmals hoch, da der Start ganz in der Nähe vom Hotel war.

Das Rennen war erneut geprägt von vielen Attacken. Es waren aber nicht mehr so viele Berge im Profil wie die letzten beiden Tage. Richtig gefährlich wurde es erst 20km vor dem Ziel, als sich eine ca. 15 Mann starke Gruppe absetzte. Wir hatten zwar Gotti (Alexander Gottfried) mit dabei, aber der 2. Gesamtrang von Alex war in Gefahr. Wir handelten sofort und holten die Gruppe zurück. Dies kostete zu viele Körner, um noch um den Sieg mitsprinten zu können.

Unterwegs hatte ich zwei heikle Situationen zu überstehen. Bei der Anfahrt zum ersten Berg wurde es bei einer Schikane ganz eng und ich berührte mit meinem Vorderrad die Schuhe eines anderen Fahrers. Dabei brach eine Speiche. Danach eierte das Laufrad, aber es war gerade noch fahrbar ohne an den Bremsklötzen zu streifen.

Das zweite Mal war in einer Abfahrt mit 70km/h, als sich ein Fahrer links vor mir an einer Insel in der Mitte aufhängte und flog. Als er direkt vor mir hin rutschte hoffte ich nur, dass er nicht rechts zu mir rüber kommt. Es ging dann gerade noch gut für mich aus.

Leider hat Alex dann doch einen Platz im Gesamtklassement einbüßen müssen.

Die Regeneration hat nun höchste Priorität. Mit gesunden Shakes und Massagen sind wir beim Team NetApp bestens versorgt. Gegen Ende einer Rundfahrt bleiben nur die Besten übrig.

Bis dann,

Andreas Dietziker

 

31. Juli: 4. Etappe

Bioscope - Carspach (147 km)

Da das Etappenprofil ähnlich war wie jenes von gestern, gingen wir mit der gleichen Taktik an die Aufgabe. Alex sollte mit Tassilo an seiner Seite möglichst Kräfte sparen, Gotti und Huub mitspringen oder notfalls Löcher stopfen, und Jan und ich bei allfälligen größeren Gruppen mitgehen. Dies funktionierte ausgezeichnet, was, wenn man bedenkt, dass hier ein Neuseeländer, ein Holländer, ein Tscheche, zwei Deutsche und ein Schweizer das Team NetApp bilden, richtig Spaß macht.

Bis zur ersten Steigung ließen Gotti und Huub keine gefährliche Gruppe wegfahren. Hinauf zum ersten Bergpreis der zweiten Kategorie setzte ich mich mit einer Gruppe ab. In der Abfahrt schloss das Feld wieder auf. Danach bildete sich eine Gruppe von rund 15 Fahrern mit Jan. Bei den anderen Teams läuteten die Alarmglocken und sie mussten hart arbeiten um die Lücke zu schließen. Bei der nächsten Gruppe sprang Alex mit. Das Team des Leaders konnte das Loch nicht sofort schließen und der Vorsprung wuchs auf über 2 Minuten an. Verständlicherweise waren die Fluchtgefährten nicht bereit mit Alex zusammen zu arbeiten, da man sie mit dem Dritten im Gesamtklassement sicher an der kurzen Leine hielt. Daraufhin ließ sich Alex zurückfallen.

Den Rest der Etappe verbrachten wir bei über 30 Grad ruhig, um Kräfte für morgen zu sparen. Gotti's Puls stieg aber noch einmal dramatisch an. Mit 60 km/h knallte er frontal in einen Plastikpfosten in der Mitte der Strasse! Zum Glück gab der Pfosten nach und er blieb auf dem Rad. Mit fünf Bergpreisen und dem Ziel auf dem Ballon d'Alsace folgt morgen die Königsetappe zum Abschluss. Wir werden alles geben, um die Früchte nach der guten Vorarbeit der letzten Tage zu ernten.

Drückt uns die Daumen, denn der zwölfte Mann kann das Spiel entscheiden.

Andreas Dietziker

 

1. August: 5.Etappe

Ribeauville - Ballon D'Alsace 146,3 km

Das Podium nur knapp verpasst

Mit 3000 Höhenmetern war dies klar die schwerste Etappe. Nach dem Start kontrollierten wir das Feld. Gotti liess niemanden weg fahren. Hinauf zum 1350 Meter hohen Grand Ballon fiel das Feld komplett auseinander. Jan, Huub und ich behaupteten uns in der ersten Gruppe. Wir beschlossen auf Alex zu warten, da es noch ein langer Weg ins Ziel war.In der Abfahrt stach mich eine Biene in den Oberarm. Zum Glück bin ich nicht allergisch...

Nach dem Zusammenschluss der meisten Fahrer war es vorbei mit der Ruhe. Kein Team vermochte das Rennen zu kontrollieren und es folgte eine Attacke nach der Anderen. Huub kam mit einer Gruppe weg und zeigte sich sogar einige Kilometer alleine an der Spitze. Ich folgte der nächsten Gruppe. Wir schlossen schnell zur Spitze auf. Leider verpassten Jan und Alex den Abgang und so waren Huub und ich nur zu zweit in der rund 30 Fahrer starken, entscheidenden Spitzengruppe.

Unten hinein in den 7 km langen Schlussanstieg zum Ballon d'Alsace konnte ich die ersten Fahrer nicht halten. Ich bestimmte über weite Strecken das Tempo der zweiten Gruppe und setzte mich gut zwei Kilometer vor dem Ziel von den anderen ab. Vorne begannen sie zu pokern und ich kam nochmals bis auf 10 Sekunden heran. Mit dieser starken Leistung gelang mir im Gesamtklassement ein Sprung nach vorne. Letztendlich erreichte ich Rang vier. Wenn man so nah am Podium dran ist, ärgert man sich dann aber doch, nicht drauf zu stehen.

Nach dieser erfolgreichen Rundfahrt, bei der alle vom Team NetApp super gearbeitet haben, werden wir uns die nächsten Tage gut erholen, damit wir für die nächsten Aufgaben wieder gerüstet sind.

 

Bis dann,

Andreas Dietziker


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Team NetApp Insight. Hier bloggen Management und Fahrer.

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